SPLG

565Aufgenommen werden bis zu 2 Kinder und Jugendliche

  • aus allen Altersstufen

  • unabhängig von Geschlecht, Nationalität, Lebensanschauung und kulturellem Hintergrund

  • die dauerhaft oder zumindest mittelfristig einen Platz zum Leben brauchen

  • die derzeit den Bedingungen und Beziehungen ihrer Herkunftsfamilien nicht ausgesetzt werden können und eine enge persönliche Begleitung in einem familienanalogen Rahmen benötigen

  • die mit oder ohne Rückkehroption bei uns einziehen

Dabei sind wir als Einrichtung besonders geeignet für Kinder

  • mit schwerwiegenden Traumatisierungen

  • die einen sozial überschaubaren, kleinen Bezugsrahmen benötigen

  • reaktiven Bindungsstörungen

  • Trennungs-/Verlusterlebnissen

  • Deprivation

  • ADHS Symptomatiken

  • stark erhöhter psychischer Vulnerabilität

Nicht betreuen können wir Kinder und Jugendliche,

  • die akut drogenabhängig sind

  • deren psychische Erkrankung einen chronifiziert psychotischen Verlauf nimmt

  • die sich aufgrund ihrer Biographie nicht auf einen familienanalogen Betreuungsrahmen einlassen können und bei denen dies auch für die Zukunft nicht angenommen werden kann

  • die akut suizidal sind

Einer Aufnahme in eine Sozialpädagogische Lebensgemeinschaft geht dabei ein auf die individuellen Bedürfnisse des Kindes/Jugendlichen abgestimmtes Anbahnungsverfahren voraus, welches durch folgende Merkmale gekennzeichnet sein kann:

  • intensives Aktenstudium/Vorberichte

  • erstes Kennenlernen an einem neutralen Ort, i.d.R. offen und für beide Seiten bewußt.

  • gegenseitiges Kennenlernen an mehreren Terminen mit ausreichend Verarbeitungszeit

  • Probewohnen ist nach Absprache und im begründeten Einzelfall möglich.

Abweichende Verfahren können sich aus der Notwendigkeit der individuellen Situation ergeben und werden zwischen Einrichtung, Kind/Herkunftsfamilie und Jugendamt abgestimmt.

Rechtliche Grundlagen

Rechtliche Grundlage unserer Arbeit sind die §§ 27, 34 sowie 35a SGB VIII.

Personal

Bei der Auswahl der Sozialpädagogischen Lebensgemeinschaften wird das Fachkräftegebot beachtet. Mit dem Fachpersonal wird ein Arbeitsvertrag geschlossen, der sie als angestellte MitarbeiterInnen in die Struktur der Einrichtung einbindet. Die Dienst- und Fachaufsicht sowie das Weisungsrecht liegt bei der Schulte-Schmelter Stiftung, bzw. bei von der Einrichtung zu dieser Aufgabe bestelltem Personal.

Sowohl die persönliche Eignung der Fachkraft als auch der weiteren, im Haushalt lebenden Personen werden u.a. durch regelmäßige Vorlage eines erweiterten Führungszeugnisses gem. § 72a SGB VIII i.V.m. § 30a BZRG geprüft. Die Meldepflicht beim Landesjugendamt vor Aufnahme der Beschäftigung wird beachtet.

Es handelt sich um ein Regelangebot mit einem Personalschlüssel von 1:2, also 0,5 Stelle pro Betreuungsplatz.

Räumlich/Infrastruktur

Bei der Frage der räumlichen Gegebenheiten werden folgende Anforderungen beachtet:

  • Für jedes Kind steht ein Einzelzimmer zur Verfügung.

  • Es handelt sich nicht um sog. Kopfzimmer, d.h. kein Kinderzimmer darf durch ein anderes Kinderzimmer begehbar sein.

  • Die Größe der Kinderzimmer orientiert sich an 12qm pro Kind.

  • Das Haus/die Wohnung verfügt über ausreichend Platz in Gemeinschaftsräumlichkeiten (z.B. Wohnzimmer, Küche und Sanitärräume). Das Vorhandensein von Garten- und Freifläche ist wünschenswert und wird ausdrücklich begrüßt.

    Infrastrukturell werden folgende Voraussetzungen als notwendig und unabdingbar erachtet:

  • Das Haus/die Wohnung liegt im Stadtgebiet Kölns, bzw. in der unmittelbar umliegenden Peripherie, um sozialräumlich orientiertes Arbeiten zu ermöglichen.

  • Die Betreuungseinheit ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar.

  • Benötigte Schulformen, medizinische Versorgungseinrichtungen (Ärzte, Fachärzte, Kliniken), therapeutische sowie Freizeitangebote (Vereine, Spielplätze, etc.) sind entweder fußläufig oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln in angemessener Zeit erreichbar.

Methodisches

Das handlungsleitende Prinzip unserer Arbeit ist der familienanaloge Ansatz. Dabei verstehen wir uns je nach den Erfordernissen des Einzelfalls als familienergänzende oder familienersetzende Betreuungsform. In jedem Fall ist unsere Grundannahme, dass Entwicklungsprozesse immer erst auf der Basis einer belastbaren, vertrauensvollen und tragfähigen Beziehung gelingend gestaltet werden können. Diese Beziehungen entstehen bei uns durch das alltägliche, zuverlässige Miteinander. Sie sind Kernstück unseres Wirkens und beschreiben ein zentrales Qualitätsmerkmal unserer Arbeit.

Die Achtung des eigenen Körpers und die Sicherstellung der Körperpflege als sichtbares Zeichen von Selbstwert ist uns ein tägliches Anliegen.

Gemeinsame Mahlzeiten beschreiben Eckpfeiler im Tagesablauf. Gesunde Ernährung ist für uns von großer Bedeutung. Deshalb beteiligen wir die Kinder an Planung, Einkauf und Zubereitung der Speisen. Dabei legen wir Wert auf saisonal ausgewogene, biologisch dynamische Nahrungsmittel.

Die Achtung der physischen und psychischen Grenzen anderer Menschen stellt ein zentrales Merkmal gelingenden Zusammenlebens dar. Deren Einhaltung, z.B. im sexuellen Bereich, sowohl durch das Betreuungspersonal als auch durch andere Kinder und Jugendliche ist uns selbstverständliche Verpflichtung. Im Bereich der Personalentwicklung werden sowohl bei Einstellung, in den jährlichen Personalentwicklungsgesprächen sowie im Rahmen der permanenten Fachberatung die möglichen Probleme thematisiert, Konsequenzen benannt und präventiv wirkende Fortbildungen vorgehalten. In der Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen setzen wir auf strukturelle Prävention (Das Einzelzimmer ist sicherer Ort und Rückzugsraum) sowie auf Aufklärung und gezielte Intervention im Einzelfall. Die Thematik der Achtung persönlicher Grenzen anderer Menschen ist im Übrigen ständiges Thema in allen Alltagsabläufen und wird regelmäßig in gemeinsamen Gesprächen reflektiert.

Freizeitaktivitäten planen wir zusammen mit den Kindern und Jugendlichen.

Es wird eine mindestens 14-tägige Ferienfreizeit durchgeführt. Hier ergibt sich für die Kinder der Sozialpädagogischen Lebensgemeinschaften die Möglichkeit, neben eigenen Ferienfahrten auch an Ferienfreizeiten der beiden stationären Wohngruppen in Langel oder Frechen teilzunehmen, wodurch zusätzliche Entlastung für die sozialpädagogische Lebensgemeinschaft geschaffen wird.

Die Kinder und Jugendlichen werden umfassend in ihrer schulischen und beruflichen Entwicklung gefördert. Hierzu gehört ausdrücklich auch eine intensive, den Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen Rechnung tragende Hausaufgabenbetreuung. Sollte im Einzelfall eine darüber hinausgehende Förderung, z.B. Nachhilfe, nötig werden, ist dies nicht Bestandteil der Grundleistungen und gesondert zu verhandeln. Etwaig anfallende Schul- oder Kindergartengebühren sind ebenfalls gesondert zu erstatten und nicht Bestandteil der Grundleistungen.

Bei notwendigen Therapien nutzen wir ebenso wie bei der ärztlichen und schulischen Versorgung das umfassende Angebot in Köln. Dabei achten wir auf Erreichbarkeit und Bedarfsgerechtheit. Bei therapeutischen Maßnahmen geben wir solchen den Vorzug, die durch die Krankenkassen anerkannt werden. Darüber hinaus gehende Therapien müssen bzgl. der Kostenübernahme gesondert verhandelt werden.

Eine differenzierte Eingangsdiagnostik soll Informationen über die aktuelle Situation des Kindes, seiner Herkunftsfamilie, den bisherigen biographischen Verlauf sowie das Verhalten und das Lern- und Leistungsniveau liefern. Diese Daten sollen gewonnen werden durch

  • Explorations- und Anamnesegespräche mit dem Kind und seinen Bezugspersonen

  • Verschiedene Testverfahren (Verhaltens- und Schulleistungsbereich)

  • Umfangreiche, an den Bedürfnissen des Einzelfalls orientierte, zusätzliche externe Untersuchungen durch z.B. Kinder- und Jugendpsychiater, Psychologen, SPZ, Fachärzte, Therapeuten u.a..

  • Genogrammarbeit

Im Rahmen dieser Eingangsdiagnostik werden alle Kinder und Jugendlichen medizinisch untersucht. Diese und die weitere ärztliche Versorgung erfolgt durch niedergelassene Allgemein- und Fachärzte.